Gibt es eine schönere Art, hoffnungslos übersteigerte Dekadenz zum Ausdruck zu bringen, als mit einem Wedel aus Straßenfedern, mit dem einen ein Sklave frische Luft zuwedelt?
Ich glaube nicht!
Nachdem ich das ja schon einmal probiert habe (mit mäßigem Erfolg) dachte ich nun, ich mach es richtig.
Der Anfang war leicht: Ich hab mir bei einer Straußenfarm einen Staubwedel gekauft. Das perfekte Ausgangsprodukt für meinen Plan. Ich hab den Staubwedel zerlegt und ide einzelnen Federn herunter genommen. Den Holzstab konnte ich gleich als Griff für meinen Fächerwedel verwendet.
Aus dickem (5mm) und dünnem (1mm) LEder hab ich gleich große Halbkreise geschnitten und wie am Bild dargestellt zusammen genäht. Wichtig war, dass so Taschen entstehen, in die die Federn rein gesteckt werden können.
Durch das Feld in der Mitte hab ich das Lederstück an den Holzschaft geschraubt.
Nun konnte ich die Federn in die Ledertaschen stecken, bis nichts mehr (auch nicht mit Gewalt) hinein ging.
Damit am Ende die Schrauben nicht Sichtbar waren, hab ich sie noch mit den galdenen Blättern überklebt.
Das Ding funktioniert blendend!
Schaut nur, hier sieht man sogar die frisch gewickelte Toga:
Und das beste ist: Wenn man zu viel gegessen hat, kann man eine Feder herauslösen und sich damit gepflegt ins Vomitorium begeben :D
Ich liebe diese Rolle. Pater familias Aetius Sebastianus Minor, es war mir mein größtes Vergnügen, dich zu spielen. Du hattest am heurigen Epic Empires ein fulminantes Finale, und ich habe es in vollen Zügen genossen!
Dienstag, 30. August 2016
Montag, 25. Juli 2016
Toga
Endlich, nach all den Jahren, hab ich mir eine Toga besorgt.
Und das war gar nicht so leicht wie erwartet. Wenn man Stoff kauft ist dieser üblicherweise 1,5 Meter breit. Zu schmal für eine Toga. Breitere Stoffe sind üblicherweise Möbelstoffe, die nicht für ihren schönen Faltenwurf bekannt sind. Also blieb mir nichts anderes übrig, als zwei Stoffbahnen zusammen zu nähen.
Da 2 x 1,5 m aber 3 m sind, was wiederum zu breit für die Art Toga ist, die ich mir wünsche, hab ich die zweite Stoffbahn halbiert und in einer anderen Farbe gekauft. In Summe war es nun ein Streifen beiger Wollstoff 5,5 x 1,5 m sowie ein Streifen roter Wollstoff 5,5 x 0,75 m, die ich der Länge nach mit einer Kappnaht zusammengenäht habe.
Die Ecken des schmaleren roten Streifens hab ich dann rund geschnitten. Wichtig war, dass der Wollstoff an sich nicht ausfranst, denn ich habe die Stoffenden nicht versäubert. Wollte ich auch nicht, wegen dem Faltenwurf.
Apropos... der Faltenwurf :)
Wir haben uns dabei an diese Anleitung gehalten.
Dabei wird man alt und bekommt einen Krampf im Arm. Man ist außerdem total hilflos, weil man nur ruhig stehen kann.
Eine Toga ist so ziemlich das unpraktischste Kleidungsstück, das ich kenne. Man kann nur erhaben schreiten damit, sonst nichts. Ständig muss man aufpassen, dass die Falten nicht verrutschen.
Man braucht mindestens einen Sklaven dazu, besser zwei, um sie überhaupt anzuziehen. Do it yourself? Vergiss es! :)
Ich hoffe ich muss mich nie schnell bewegen, wenn ich das Ding anhab. Das funktioniert einfach nicht :)
Trotzdem ein ziemlich cooles Teil!
Hier sind Berni und ich beim Blödeln. Wie gesagt, ohne ihm hätte ich keine Chance gehabt, die Toga anzulegen. Man braucht eben Personal dafür :)
Und das war gar nicht so leicht wie erwartet. Wenn man Stoff kauft ist dieser üblicherweise 1,5 Meter breit. Zu schmal für eine Toga. Breitere Stoffe sind üblicherweise Möbelstoffe, die nicht für ihren schönen Faltenwurf bekannt sind. Also blieb mir nichts anderes übrig, als zwei Stoffbahnen zusammen zu nähen.
Da 2 x 1,5 m aber 3 m sind, was wiederum zu breit für die Art Toga ist, die ich mir wünsche, hab ich die zweite Stoffbahn halbiert und in einer anderen Farbe gekauft. In Summe war es nun ein Streifen beiger Wollstoff 5,5 x 1,5 m sowie ein Streifen roter Wollstoff 5,5 x 0,75 m, die ich der Länge nach mit einer Kappnaht zusammengenäht habe.
Die Ecken des schmaleren roten Streifens hab ich dann rund geschnitten. Wichtig war, dass der Wollstoff an sich nicht ausfranst, denn ich habe die Stoffenden nicht versäubert. Wollte ich auch nicht, wegen dem Faltenwurf.
Apropos... der Faltenwurf :)
Wir haben uns dabei an diese Anleitung gehalten.
Dabei wird man alt und bekommt einen Krampf im Arm. Man ist außerdem total hilflos, weil man nur ruhig stehen kann.
Eine Toga ist so ziemlich das unpraktischste Kleidungsstück, das ich kenne. Man kann nur erhaben schreiten damit, sonst nichts. Ständig muss man aufpassen, dass die Falten nicht verrutschen.
Man braucht mindestens einen Sklaven dazu, besser zwei, um sie überhaupt anzuziehen. Do it yourself? Vergiss es! :)
Ich hoffe ich muss mich nie schnell bewegen, wenn ich das Ding anhab. Das funktioniert einfach nicht :)
Trotzdem ein ziemlich cooles Teil!
Hier sind Berni und ich beim Blödeln. Wie gesagt, ohne ihm hätte ich keine Chance gehabt, die Toga anzulegen. Man braucht eben Personal dafür :)
Donnerstag, 14. Juli 2016
Tunika kurzarm
Es wird Sommer und will wieder einen Römer spielen, aber die Hitze letztes Jahr hat mich gelehrt, doch dünnere Textilien parat zu haben, wenn ich sie brauche. Daher hab ich nun aus einem feinen Leinenstoff diese kurzärmelige Tunika genäht. Ich sehe fett darin aus, aber was solls, sie ist flattrig und weit, angenehm zu tragen und passt wunderbar zu meiner Toga (zu der es demnächst einen Blogeintrag gibt)
Wie ihr seht, keine große Sache, aber in Kombination mit der Toga und dem anderen Zeug sieht es glaub ich toll aus. Ich versuche Bilder zu schießen :)
Wie ihr seht, keine große Sache, aber in Kombination mit der Toga und dem anderen Zeug sieht es glaub ich toll aus. Ich versuche Bilder zu schießen :)
Samstag, 11. Juni 2016
Töpfern, again
Mittlerweile ist es ja nichts besonderes mehr, wenn ich vor dem Epic Empires töpfere, um ambientetechnisch auftrumpfen zu können. Abgesehen davon, dass Veronika und ich unsere Büsten in den Ofen geschoben haben sind wir gemeinsam mit Gund dazu gekommen, ein paar wunderschöne Alltags-Gegenstände zu produzieren, seht selbst:
Merkur und Hekate haben wir für unseren Schrein gebaut, damit uns auch die Götter gnädig gesonnen sind :) Außerdem zu sehen das flache Rundmühle-Spielfeld, eine fünfdochtige Öllampe und jede Menge Gefäße.
Nach dem Brennen haben die Sachen eine wunderschöne rote Farbe bekommen, und Merkur hat sich am Altar von Nea Polis dann ganz gut gemacht!
Merkur und Hekate haben wir für unseren Schrein gebaut, damit uns auch die Götter gnädig gesonnen sind :) Außerdem zu sehen das flache Rundmühle-Spielfeld, eine fünfdochtige Öllampe und jede Menge Gefäße.
Eine kleine Stier-Öllampe
Eine Phallus-Sonnenuh von der großartigen Veronika
Nach dem Brennen haben die Sachen eine wunderschöne rote Farbe bekommen, und Merkur hat sich am Altar von Nea Polis dann ganz gut gemacht!
Montag, 16. Mai 2016
Büste
Long time no see,
Ich fang' gleich gar nicht mit Ausreden an, ich bin einfach zu kaum etwas gekommen :-)
Das ändert sich nun aber wieder schlagartig, immerhin kommt das Epic Empires wieder in greifbare Nähe. Welche Dekadenz lassen wir uns dieses Jahr einfallen, die mich völlig überheblich und selbstverliebt aussehen lässt? Hmm, eine Büste vielleicht! ;-)
Irgendwie wollt ich das immer schon mal von mir haben/machen, und ich dachte mit, aus Ton würde sie auch sehr römisch aussehen. Versuchen wir es also mal.
Da wir nicht einfach aufmodellieren wollten, musste zuerst ein Negativabdruck her. Hier "befreie" ich Vroni gerade aus ihrer Gipsbinden-Maske.
Und hier bin ich selbst einbandagiert.
Die Gipsmasken wurden dann trocknen gelassen, mit flüssigem Schellack ausgepinselt und noch mal zusätzlich mit Vaseline eingeschmiert, damit der Ton, den wir dann hinein drückten, sich auch wieder lösen ließ. Die Tonstärke variiert zwischn 3 und 6mm, schätze ich.
Nachdem der Ton angetrocknet war (lederhart, nach ca. 1h) wurde die Gipsform entfernt, was nicht ohne Zerstörung ging.
Hier haben wir also meinen Gesichtsabdruck.
Da der Ton noch begrenzt formbar war konnte die Gesichtshälfte noch gut mit der Hinterkopfhälfte verbunden werden.
So entstand das Positiv-Modell meines Kopfes.
Auf diesem Modell konnte ich nun weiter modellieren, z.B. die Augen, Haare, Bart ...
Und so sah die Büste dann aus, ich bin relativ zufrieden. Das Gesicht ist nur etwas schmal geworden, weil die Gipsform sich leicht verformt hat. Aber im Profil passts super :-)
Hier sieht man auch den Kopf von Vroni, aber noch ohne Haare, daher das Kopftuch.
Jetzt müssen die Köpfe noch gebrannt werden, ich hoffe das überstehen sie ...
Ich fang' gleich gar nicht mit Ausreden an, ich bin einfach zu kaum etwas gekommen :-)
Das ändert sich nun aber wieder schlagartig, immerhin kommt das Epic Empires wieder in greifbare Nähe. Welche Dekadenz lassen wir uns dieses Jahr einfallen, die mich völlig überheblich und selbstverliebt aussehen lässt? Hmm, eine Büste vielleicht! ;-)
Irgendwie wollt ich das immer schon mal von mir haben/machen, und ich dachte mit, aus Ton würde sie auch sehr römisch aussehen. Versuchen wir es also mal.
Da wir nicht einfach aufmodellieren wollten, musste zuerst ein Negativabdruck her. Hier "befreie" ich Vroni gerade aus ihrer Gipsbinden-Maske.
Und hier bin ich selbst einbandagiert.
Die Gipsmasken wurden dann trocknen gelassen, mit flüssigem Schellack ausgepinselt und noch mal zusätzlich mit Vaseline eingeschmiert, damit der Ton, den wir dann hinein drückten, sich auch wieder lösen ließ. Die Tonstärke variiert zwischn 3 und 6mm, schätze ich.
Nachdem der Ton angetrocknet war (lederhart, nach ca. 1h) wurde die Gipsform entfernt, was nicht ohne Zerstörung ging.
Hier haben wir also meinen Gesichtsabdruck.
Da der Ton noch begrenzt formbar war konnte die Gesichtshälfte noch gut mit der Hinterkopfhälfte verbunden werden.
So entstand das Positiv-Modell meines Kopfes.
Auf diesem Modell konnte ich nun weiter modellieren, z.B. die Augen, Haare, Bart ...
Und so sah die Büste dann aus, ich bin relativ zufrieden. Das Gesicht ist nur etwas schmal geworden, weil die Gipsform sich leicht verformt hat. Aber im Profil passts super :-)
Hier sieht man auch den Kopf von Vroni, aber noch ohne Haare, daher das Kopftuch.
Jetzt müssen die Köpfe noch gebrannt werden, ich hoffe das überstehen sie ...
Montag, 8. Februar 2016
Brettchenweben
Ich wollte mir eine neue Tunika machen (brauche eine leichte mit kurzen/ohne Ärmeln) und dachte mir, dafür brauche ich eine schöne Borte. Warum also nicht eine weben? (Ich scheine mit meinen Abenden nichts anderes anzufangen zu wissen).
Eine großartige Beschreibung dieser Technik findet ihr auf Flinkhand, da muss ich gar nichts mehr dazu sagen.
Da ich keinen Webrahmen fürs Brettchenweben besitze musste mein Ahornholzhocker dafür herhalten. Um die nötige Länge zusammen zu bekommen einfach ein paar mal herum gewickelt, das geht sich schon aus.
Jetzt ist die Borte fertig, 1,7 Meter lang und eh okay, aber das was ich mir für die Tunika vorgestellt habe ist sie nicht. Mal schaun, was ich mit diesem speziellen Erzeugnis nun anfangen will, vielleicht wieder was für einen Wikinger-Charakter.
Eine großartige Beschreibung dieser Technik findet ihr auf Flinkhand, da muss ich gar nichts mehr dazu sagen.
Da ich keinen Webrahmen fürs Brettchenweben besitze musste mein Ahornholzhocker dafür herhalten. Um die nötige Länge zusammen zu bekommen einfach ein paar mal herum gewickelt, das geht sich schon aus.
Jetzt ist die Borte fertig, 1,7 Meter lang und eh okay, aber das was ich mir für die Tunika vorgestellt habe ist sie nicht. Mal schaun, was ich mit diesem speziellen Erzeugnis nun anfangen will, vielleicht wieder was für einen Wikinger-Charakter.
Donnerstag, 28. Januar 2016
Schmieden
Am Workshops 2015 wurde auch ein Schmiedekurs für Anfänger angeboten, also versuchte ich mein Glück. Das ganze geht ordentlich in die Oberarme :)
Das gemeine an der Sache ist, dass das blöde Eisen im Feuer einfach verbrennen kann, wenn man es zu lange drin lässt, und kaum zu bearbeiten ist, wenn es nicht lange genug im Feuer ist. Das zu lernen war ein schwieriger Prozess, daher sieht auch das Messer am Griff so unfertig aus. Nun, es ist unfertig, ich plane im Moment, einen Holzgriff dran zu machen. Vielleicht lasse ich den Unfall aber auch einfach in der Versenkung verschwinden.
Auf mein zweites Werk, den Pfriem mit Löffel hinten dran, bin ich jedoch recht stolz. Dieses Werkzeug hat sich beim Ritteressen am Workshops auch schon bewiesen. Sehr (mittelalterlich) :)
Das gemeine an der Sache ist, dass das blöde Eisen im Feuer einfach verbrennen kann, wenn man es zu lange drin lässt, und kaum zu bearbeiten ist, wenn es nicht lange genug im Feuer ist. Das zu lernen war ein schwieriger Prozess, daher sieht auch das Messer am Griff so unfertig aus. Nun, es ist unfertig, ich plane im Moment, einen Holzgriff dran zu machen. Vielleicht lasse ich den Unfall aber auch einfach in der Versenkung verschwinden.
Auf mein zweites Werk, den Pfriem mit Löffel hinten dran, bin ich jedoch recht stolz. Dieses Werkzeug hat sich beim Ritteressen am Workshops auch schon bewiesen. Sehr (mittelalterlich) :)
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