Donnerstag, 8. Mai 2014

Bolzensack

Nach dem Vorbild und dem Ratschlag vom Mimin, der mir auch diese Armbrust baut, hab ich mir für meine LARP-Armbrustbolzen einen Bolzensack genäht.

An sich keine aufwändige Sache. Als Stoff hab ich Segeltuch verwendet, bekommt man um 7 Euro/m2. Ein abgewickelter Kegelstumpf wird seitlich zu einem Kegelstumpf zusammen genäht, das kleine Loch mit einem kreisförmigen Stück Stoff zugenäht, das ist die Grundform.

Keine große Hexerei. Die länge von 50 cm für den Pfeilsack ergibt sich aus der länge der IDV-Bolzen (40 cm), über denen sich der Sack noch schließen soll.


Oben hab ich den Stoff umgeschlagen und ein Zugband eingenäht, dass man den Sack schließen kann.

Etwas unter dem Verschluss dann ein stabilisierendes Lederband, damit er die Form hält.

Und zwei Schlaufen, um den Sack am Gürtel zu befestigen.

Voilá, der fertige und mit LARP-IDV-Bolzen gefüllte Bolzensack.

Und so sieht das ganze dann getragen aus:
Danke an Dunja Auswarth für das Foto.

Dienstag, 15. April 2014

Hochbett

Da ich gerade umgezogen bin, mussten neue Möbel her, allen voran ein neues Bett. Und wenn man schon in einen Altbau einzieht mit hohen Räumen, will man natürlich auch ein Hochbett haben.

Da alles, was man kaufen kann, nicht meinen Vorstellungen entsprochen hat, hab ich kurzerhand beschlossen, selbst eines zu bauen. Wäre ja nicht das erste Mal, dass ich so was tue.
Das Hochbett im Ganzen. Der Kasten darunter ist 2 Meter hoch, da stößt man sich so schnell nicht den Kopf :)

Der Bettrahmen ist aus Fichtenholz, die Steher sind gehobelt, der Rest nicht (Preisgründe). Verbunden werden die einzelnen Elemente mit Metallwinkeln und Schrauben, ganz unkreativ. Zur Stabilisation ist an das Gestell dann eine Birken-Sperrholzplatte geschraubt, die nicht nur die ungehobelte Holzkonstruktion von vorne verdeckt und statische Aufgaben übernimmt (stabilisation, verstärkung der Holzpfetten), sondern auch noch als Absturzsicherung und Sichtschutz dient.
Und ausschauen tut sie auch noch gut, aber ich mag Sperrholz einfach!
Hier ist der Plan, laut dem die Plattenteile aus der großen 300*150 cm großen Sperrholzplatte ausgeschnitten wurden.

Leider sind die Fotos vom Bauen verloren gegangen, blöder Handy-Benutzer :)
Nichts desto trotz hier die Fotos vom fertigen Bett:
Die Edelstahlschrauben sind an der Kante leicht versetzt. Ursprünglich wollte ich beide Platten auf Gehrung aneinanderstoßen lassen, aber dafür hat mir das richtige Werkzeug gefehlt.

Die famose Winkelkonstruktion. Die unterschiedliche Höhe der Balken erklärt auch die unterschiedliche Höhe der Schrauben außen auf der Platte. Der Lattenrost ist fertig gekauft und einfach eingelegt.

Der Einstieg zum Bett. Die Platte geht hier quasi "ums Eck", um besser aussteifen zu können (damit das Bett nicht wackelt)

 Die Absturzsicherung vom Bett oben, wie aus einem Adlerhorst hinaus :)

Die Holzzeichnung der Birkensperrholzplatte. Ich bin ja so verliebt in das Material.

Dienstag, 1. April 2014

Bundschuhe

Das erste und einzige Mal, das ich mir Schuhe selbst gemacht habe: ein paar Bundschuhe, die ich für alle möglichen, antiken und mittelalterlichen Charaktere verwende, weil sie irgendwie gut zu allem passen :)

Das Schnittmuster hab ich hier gefunden und im großen und ganzen so auch übernommen.

Ich hab 3mm dickes Leder vom Schuster bekommen, der damit weils schmutzig war nichts mehr anfangen konnte, und mich ans Werk gemacht.
Die Schuhe sind unglaublich bequem, wenn man Wollsocken oder Wickel um die Füße trägt auch noch super warm, wenns mal nicht sommerlich ist, und im Sommer sowieso das allerbeste.

Ich hab bei diesen Schuhen noch Sohlenleder, das steif und fest ist, unten drauf genietet. Da es aber kein Profil hatte, war die Sache ziemlich rutschig, vor allem im Wald. Schließlich hab ich mich den Errungenschaften der Moderne gebeugt und von einer Sohlerei um wenig Geld eine Gummisohle aufkleben lassen. Das erhöht nicht nur den Grip ungemein, sondern auch die Haltbarkeit (da die Ledersohle geschützt ist und nicht abgewetzt wird).
 
Wie man sieht funktioniert das auch auf Kies ausgezeichnet :)

Montag, 24. März 2014

Elben-LARP-Kampfstab

Ein etwas älteres, nicht supergut dokumentiertes Projekt ist Alex' Elben-Kampfstab, der elegant und elbenhaft aussehen, aber trotzdem LARP-kampftauglich sein sollte.

Alex hat mir dazu eine ganze Reihe von Entwürfen vorgeschlagen, wobei er sich für die Variante 3e entschieden hat.
Die Spitze des Stabes im Herstellungsprozess, bevor die Latexschichten drüber kommen.
 

Hier die fertig gelatexte Stabspitze. Das Ornament ist aus massivem Latex. Ein Madeschmuck-Anhänger diente als Positiv, davon wurde mit Knetmasse ein Abdruck gemacht, in den das Latex hinein gegossen wurde. Das Latex-Positiv hab ich dann dünn mit einer Latex-Acrylfarbmischung angemalt und wieder mit Latex auf den gelatexten Stab hinauf geklebt.
Dadurch ist es so feinteilig, wie es aus Schaumstoff nie möglich wäre, und trotzdem weich und biegsam :)

Und hier Stab und Alex' Elbe in Aktion. Das Gewand ist von Celefindel und Alex selbst. Bespielt wurde der Charakter maßgeblich nur auf zwei Codex-Spielen, hier sind Fotos von "Der graue Prinz" (2011) zu sehen.





Langsam beginnt die LARP-Saison wieder und meine Lust auf Bastelarbeiten steigt. Bei Mimin hab ich eine Armbrust, die ich mir selbst aus Zeitgründen und mangelnder Erfahrung damit nicht zugetraut habe, in Auftrag gegeben. Der Armbrustschaft wurde zwar von mir zurecht gesägt, aber so geistesgegenwärtig, das auch abzulichten, war ich natürlich nicht, also werden wir auf Mimins Endergebnis warten müssen :)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Söldnerfahne - Entwurf

Für unsere LARP-Söldnergruppe, die "Greifen", für die ich auch meinen spätmittelalterlichen Söldner Iginio gebaut habe, möchte ich gerne eine Fahne machen, die in die Schlacht getragen werden kann, im Idealfall von einem Fähnrich :)

Vorbild ist Huberts Fahne seines Landsknecht-Fähnrichs, den er am Epic Empires und am Drachenfest gespielt hat.

Was meinen speziellen Entwurf angeht hab ich mich von der Fahne der Schwazer Knappen aus dem Tiroler Landesmuseum inspirieren lassen:

Als Trägermaterial hab ich schon Seide gekauft, die wunderbar fließend fällt und schon beim kleinsten Windhauch sich aufzublähen beginnt, außerdem aber sehr stabil und reißfest ist. Bis jetzt gibts mal den Entwurf.
Hier sieht man Fortuna (beliebige Fantasy-Glücksgöttin/Glücksallegorie) mit einem Füllhorn, aus dem sie Gold über den zentralen Greifen schüttet. Dahinter ein wilder Mann, der für das rauhe Söldnertum steht und seine Keule drohend erhoben hat. Darüber ein paar Wappen, die aber lt. Wunsch der anderen Greifen noch überarbeitet werden, darunter ein paar Waffen, wobei die anderen sich noch mehr "Gedöns" wünschen.

Na ja, mal schaun, wie es wird ...

Montag, 20. Januar 2014

Stehlampe

Eine neue Stehlampe musste her, die alte vom IKEA war nur eine billige Übergangslösung. Und da mir ein neues Lampenprojekt sowieso schon lange im Kopf herum geisterte (ich scheine Lampen zu lieben, wie zum Beispiel die Becherlampe oder die Pflanzenlampe), und ich nun endlich mit der Diplomarbeit soweit fertig bin, dass ich wieder etwas Zeit zum basteln habe, hier mein neues Lampen-Projekt.

Der Lampenschirm funktioniert nach dem Prinzip des Wellpappe-Lampenschirmes, wo ich ja schon Erfahrung habe. Diesmal hab ich aber meinen Zugang zum Uni-Lasercutter genutzt, um (ich glaub ca. 450) 4 mm breite und 300 mm lange Streifen aus 1,5 mm dicken Micro-Wellpappe rauslasern zu lassen. Das zu schneiden wär' mir echt zu heftig gewesen. De facto hab ich zwei Kartonplatten 600*450 mm komplett verwertet.
Die nun recht dunkel gewordenen und verbrannt riechenden Kartonstreifen hab ich übereinander geklebt (mit Express-Holzleim), so dass die distanzhaltenden Kartonwellen zum Flächenelement werden. Gibt einen tollen optischen Effekt, weil du nur gerade durchschauen kannst. Etwas schräg berachtet wird es sofort undurchsichtig.

Die so entstandene Fläche hab ich gebogen und die Enden zusammen geklebt, so dass ein schöner Zylinder entstanden ist.
Ein Kartonring (aus Finnpappe) am unteren Ende stabilisiert den Wellpappe-Zylinder und lässt ihn die runde Form halten.
Für die Elektronikteile hab ich auf ein fertiges Produkt zurück gegriffen: Die Söre-Standleuchte von IKEA. Sie war einfach perfekt: schwarzes Gestänge, Drahtgestell zur Schirmhalterung, Metalldreibein als Standfuß ...

Das lange Drahtgestell, mit dem normalerweise der Papierschirm aufgespannt wurd, hab ich abgezwickt und die Stummel so verbogen, dass sie zur Halterung meines neuen Schirmes dienen können.
Da die verbogenen Drähte hab ich hier den Kartonring angeklebt (Tape hält nicht, war eh klar). Nachdem es so nicht funktioniert hat hab ich in den Karton paarweise Löcher gebohrt, um mit dünnen schwarzen Kanelbindern den Ring an den Drähten zu befestigen.
Der Kartonring wurde dann wieder mit Leim ans (untere) Ende des Zylinders geklebt, hier sieht man den Lampenschirm am Kopf stehen.



Das Dreibein hab ich etwas verkehrt herum zusammen geschraubt, weil ich die schrauben von oben nicht sehen wollte. in das Mittelteil hab ich den kürzeren, beim Ikea-Original beigefügten Stab hinein geschraubt. Dies diente mit als Befestigung für das Holzstück, das den Lampenständer ausmachen sollte. Die Drahtumwickelung hier ist leider notwendig, da das Holz schon recht spröde ist.

 Beim Holz selbst handelt es sich um ein abgebrochenes Stück Wurzelholz, das vierzig Jahre lang einmal Jährlich mehrere Monate unter Wasser und mehrere Monate im rauhen Hochgebirgsklima verbracht hat. Es gehörte zu einer Lärche, Latsche oder Zirbe, die in den 70ern geschlägert wurde, weil sie im Überflutungsbereich eines Stausees stand. Das Wurzelholz ist ausgeblichen und spröde geworden, hat mir aber so gut gefallen, dass ich es mitnehmen musste. Hier sieht man es schon am Dreibein montiert.
 Die Lampenaufhängung wurde dann in ein Bohrloch der Wurzel gesteckt und verklebt. Das Kabel von der Lampe wurde durch ein schwarzes Textilkabel ersetzt, weil das schöner und fließender fällt.

Wenn das Licht brennt, scheint die Birne durch den Schirm durch :)
 Im gegensatz zur Vorgängerlampe war hier kein oberer Kartonring zur Stabilisierung nötig, weil das Material homogener ausgeschnitten und zusammengeklebt war. Gefällt mir so besser.
Aus dem Richtigen Winkel betrachtet sieht man die Birne gar nicht.

Hier sieht man die vier schwarzen Kabelbinder im Kartonring, die den Schirm an der Drahtbefestigung halten.

 Dieses wundervolle, alte Holz ...
 Der Metallstab mit dem Lampenschirm ist in einer kleinen Astgabel eingebohrt und dort verklebt, das Kabel tritt unten weiter wieder aus dem Holz aus.
 Und noch mal der Lampenschirm:

Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei 10.000 Besuchern in nur etwas mehr als einem Jahr online bedanken, auch wenn laut meiner ominösen Statistik einige davon wohl von irgendwelchen russischen Porno-Directlinks kommen :)

Donnerstag, 9. Januar 2014

Diplomarbeits-Modell

Dass die letzten Wochen hier nichts los war liegt nicht an Weihnachten oder den Feiertagen, sondern schlicht und einfach daran, dass ich meine Diplomarbeit fertig machen musste. Jetzt ist es endlich soweit, nächste Woche wird gedruckt, gebunden, abgegeben. Und dann muss ich mich nur noch auf die mündliche Prüfung vorbereiten. Yeah!

Nun, neben all den Zeichnungen und Zitaten, um die ich mich die letzten Wochen kümmern musste, ist für meinen Blog natürlich das Modell besonders interessant. Wie ich so was baue hab ich eh schon hier beschrieben, aber das Modell ist größer, höher, schwerer, aufwändiger und teurer.

Und wofür? Damit ich Fotos davon machen und in die Arbeit rein geben kann, natürlich :)
Und bei der mündlichen Prüfung wird es zwischen mir und dem Komitee stehen, hoff' ich.

Hier also die Modellfotos:
 
 Hier wird noch gebaut, Höhenschichten über Höhenschichten. Für das Lasercutten und zusammenkleben hab ich 8 1/2 Stunden gebraucht. Die Finnpappe-Platten (1,5mm) haben etwas über 15 € gekostet, die Cutterbenutzung 40 €
Die Abmessungen sind 60/45/26cm, es besteht aus 172 Schichten









Na wenn das mal keinen Titel wert ist ;-)